News 29.09.2015

Daniela Sämmler: "Ein Traum geht in Erfüllung:Mein erster Ironman-Sieg"

CUBE Triathletin Daniela Sämmler berichtet über Ihren ersten Ironman Sieg.

"Auch ein paar Tage später bin ich noch völlig überwältigt von den Emotionen, die Dank allen, die vor Ort waren und allen, die zu Hause mitgefiebert haben, den Tag so besonders für mich gemacht haben. Daher möchte ich mich zu allererst für die große Resonanz auf mein Rennen am vergangenen Samstag bedanken. Eine Langdistanz zu finishen, an seine Grenzen zu gehen und sein Ziel zu erreichen, ist ja an sich schon der Wahnsinn.

Es mit anderen zu teilen, zu wissen, welches Team hinter einem steht und zu erfahren, wer sich alles mit und für einen freut….… unbeschreiblich!

Wie wahrscheinlich jeder Triathlet, habe auch ich schon oft davon geträumt und mir versucht vorzustellen, wie es sich anfühlt, so ein großes Rennen zu gewinnen. Ich kann Euch sagen: in Wirklichkeit ist es noch viel besser :-) …ich kann das Gefühl gar nicht in Worte fassen!

 

“Befreiungsschlag” trifft es sehr gut: Danke Jan Sägert und tri-mag.de für den schönen Bericht über das Damenrennen beim Ironman Mallorca 2015.

 

Der Tag fing (abgesehen von den üblichen kleinen Aufregungen vor dem Start, die wohl jeder Triathlet kennt, aber die wirklich kein Mensch braucht…) perfekt an. Beim Schwimmen hatte ich ein sehr gutes Gefühl, war zwar etwas einsam (“etwas” ist leicht untertrieben, ca. 3km lang “alleine im großen Meer” ;-)…), fand’ sofort in meinen Rhythmus und wechselte mit zwei Minuten Rückstand auf die Führende Emma Kate Lidbury als dritte Frau auf’s Rad.

Nach ca. 50 Kilometern hatte ich die Führung übernommen und erhielt bei Kilometer 60 von meinem Trainer Utz Brenner die Info, dass ich sehr gut unterwegs sei und dabei wäre, die Führung auszubauen.

Daher war ich ziemlich überrascht und wenig erfreut, als ich nur 20 Kilometer später von einer gefühlten 300-Mann-inklusive-Profifrauen-Gruppe überrollt wurde. Zum Glück habe ich es sehr schnell geschafft, den Kopf auszuschalten, mich nicht zu lange darüber zu ärgern und mich weiter auf mein eigenes Rennen zu konzentrieren. Bis Kilometer 110, wo die Radstrecke über den Anstieg zum Kloster Lluc hochführt, hatte es jedoch wenig mit „Ich-kämpfe-allein-You-are-an-Ironman“ zu tun!

Nach dem Anstieg und der traumhaften Abfahrt – eine meiner Lieblingsstrecken auf der Insel – hatte sich die Gruppe zum Glück deutlich auseinandergezogen und es fühlte sich wieder wie ein faires Rennen an. Nach 5:06:28 konnte ich als Führende in die Laufschuhe wechseln und bis auf ein kleines Tief in der dritten Runde, meine Führung kontinuierlich ausbauen. Trotzdem war ich mir erst einen Kilometer vor dem Ziel sicher, dass ich tatsächlich als erste über die Ziellinie laufen würde…

 

Der Freude über meinen Sieg tut dies zwar keinen Abbruch, ich hätte mir aber fairere Bedingungen für das Damenrennen gewünscht und möchte daher noch Folgendes loswerden:

Meiner Meinung nach hat der “Rolling start” vielleicht im Vergleich zum letzten Jahr das Problem der Windschattenproblematik schon etwas entschärft, die Bedingungen für das Rennen der Profifrauen hätten aber noch fairer sein können. Fünf Minuten Abstand (Start der Profimänner 7:30 Uhr, Profifrauen 7:32, Altersklassen 7:37) sind zu wenig! Da zudem die Altersklassenathleten im Gegensatz zu den Profis mit Neopren schwimmen durften, war der Abstand von fünf Minuten schon nach dem Schwimmen aufgeholt. 

Eine gemeinsame Temperaturgrenzenregelung für Profis und Altersklassenathleten zusätzlich zum “Rolling start” würde das Problem also nochmal etwas verkleinern. Was aber noch viel wichtiger wäre: es sollte von vorneherein mindestens ein „Vorsprung“ von 20 Minuten gegenüber den schnellsten Altersklassenathleten gegeben sein… Damit wären  Rahmenbedingungen geschaffen, die zumindest im Profifeld ein windschattenfreies Rennen ermöglichen würden. 

Aber, wie gesagt: Ich werde mir davon ganz sicher nicht die Freude nehmen lassen, denn:

Ich habe einen Ironman gewonnen! :-) :-) :-)"