02-09-2010 17:04

Weltmeisterschaft in Mont Sainte Anne, Kanada Alexandra Engen: Mit Köpfchen zum WM-Titel

Kategorie: News
Rothaus-Cube-Bikerin Alexandra Engen ist Weltmeisterin. Die Schwedin hat sich im kanadischen Mont Sainte Anne in der U23-Klasse mit einer souveränen Leistung das Regenbogen-Jersey geholt. Barbara Benkó belegte Rang sieben.

Von Alexandra Engen ist man ein strahlendes Lächeln gewohnt. So war am Donnerstag in Mont Sainte Anne der einzige Unterschied dass sie dabei in einem weißen Trikot mit Regenbogen-Streifen steckte und eine Goldmedaille mit ihr um die Wette strahlte. „Ich bin super glücklich, zufrieden und sehr ruhig“, sagte Alexandra Engen und nahm den Blumenstrauß der Siegerin in die Arme. Die Schwedin hatte ihre letzte Chance, wie sie selber sagte, die letzte Möglichkeit in der U23-Klasse dem Weltmeistertitel zu holen, genutzt. Und sie hatte es im Stile einer großen Rennfahrerin getan.

Wie schon bei der Europameisterschaft in Israel verfolgte sie ganz besonnen ihrer Strategie. „Ich habe bergab meinen Kopf und bergauf meinen Körper benutzt“, beschrieb sie ihre Taktik. Die bedeutete in den Anstiegen nie über das Limit zu gehen, um die Abfahrten „im Flow“, wie sie sagte, fahren zu können. „Da habe ich immer Zeit gut gemacht“, erklärte sie.

Alexandra Engen blieb auch ruhig, als die Britin Annie Last sich aus der vierköpfigen Spitzengruppe absetzte und nach zehn Kilometern bereits 45 Sekunden Vorsprung hatte. Im Dreikampf der Verfolgerinnen hatte Engen das Glück, dass die Favoritin Tanja Zakelj vor einer technischen Passage für die Schweizerin Vivienne Meyer die „Tür zu machen“ wollte und Engen so auf der anderen Seite an Beiden vorbei ziehen konnte. „Da war ich dann im langen Singletrail vorne und habe 15 Sekunden heraus geholt. Aber ich habe immer daran gedacht, dass Tanja noch einmal zurück kommen könnte“, so Engen. Die Slowenin verlor in der letzten Runde aber sogar noch die Bronzemedaille an die Polin Paula Gorycka.

Derweil gelang es Engen in der letzten Runde zu Annie Last aufzuschließen. Sie ging vorbei, doch die Britin wehrte sich und passierte die Rothaus-Cube-Bikerin erneut. „Ich habe gesehen, dass sie müde ist und ich hatte mit meinem Rhythmus den Rückstand aufgefahren. So dachte ich, warum soll ich den verändern und bin einfach weiter gefahren“, schilderte Engen die Situation auf dem letzten Kilometer der vorletzten Runde. Gemeinsam gingen sie in die letzte Runde, Engen als Erste in eine lange Singletrail-Passage, die dann die Entscheidung brachte. Die U23-Europameisterin ging mit 30 Sekunden Vorsprung auf die letzten beiden Kilometer. Ein harmloser Sturz konnte ihr nichts mehr anhaben. Sie überquerte die Ziellinie nach nach 21,4 Kilometern mit einem Vorsprung von 43 Sekunden auf Annie Last und 3:04 Minuten vor Gorycka. „Ich fühle mich jetzt erleichtert. Wenn man ein großes Ziel erreicht hat, dann fällt die Last ab und man fühlt sich ganz entspannt“, sagte Engen noch und machte sich dann mit der Chaperon auf den Weg zur Anti-Dopingkontrolle.

„Hey, das ist so cool“, sagte Barbara Benkó und grinste als sie vom Sieg ihrer Teamkollegin gehört hatte. Sie selbst war mit ihrem Rennen schon, mit dem Ergebnis (Rang sieben mit 4:46 Minuten Rückstand) jedoch nicht ganz zufrieden. „Ich wäre gerne an der Position meiner Startnummer rein gekommen, aber das Rennen war schon okay“, meinte sie und deutete auf die Fünf an ihrem Lenker. Die Ungarin verbesserte sich nach einer verhaltenene Startphase auf Rang sechs und hatte Rang fünf 30 Sekunden vor sich. Dann musste sie aber etwas zurück stecken und fiel zwischenzeitlich auf Platz neun zurück. „Ich habe versucht safety first zu fahren und ich denke es war besser so. Das Rennen war so hart und ich bin froh, dass ich es überstanden habe“, erklärte Benkó. Auf Platz fünf fehlte schließlich fast eine Minute. Die Kanadierin Emilie Batty kam auf dieser Position ins Ziel, machte den Unterschied zu Benkó allerdings erst in der letzten Runde.

Derweil konnte Teamchef Patrik Faller auf der Eurobike in Friedrichshafen sein Glück kaum fassen. „Ist es wirklich wahr? Wir haben eine Weltmeisterin. Das ist so geil“, jubelte er am Telefon. Alexandra Engen hatte er da via SMS längst gratuliert.

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