Hanna Klein war an einem verregneten Tag in Albstadt bestimmt kein schlechtes, sondern ein richtig gutes Rennen gefahren, doch die Freiburgerin verdrehte ein wenig im Kopf, als man sie um ein Fazit bat. „Eigentlich bin ich schon zufrieden, aber es könnte noch ein bisschen besser sein“, meinte sie dann. Eigentlich. Sie hatte sich in der zweiten von fünf Runden an fünfter Position festgesetzt, dabei die Elfte vom Weltcup in Offenburg, Blaza Klemencic hinter sich gelassen und dann vor einer stimmungsvollen Kulisse diese Position im Verlauf des Rennens zementiert. Und das obwohl sie bei einem harmlosen Sturz die Hebel am Lenker verdreht hatte und in der Folge Probleme hatte mit dem Greifen der Bremse.
Letztlich standen auf Rang fünf 6:49 Minuten Rückstand auf die Siegerin Sabine Spitz (Murg-Niederhof, 1:32:25 Stunden) zu Buche. Aber die Ansprüche von Hanna Klein sind in der Zwischenzeit ein wenig höher. Höher jedenfalls, als nur froh zu sein, wenn sie auf dem Podium steht. Alexandra Engen ärgerte sich im Ziel, dass sie mit lediglich fünf Sekunden Rückstand auf die Französin Julie Krasniak ihren dritten Sieg in der U23-Wertung verpasste.
Als Siebte lag sie 8:23 Minuten hinter Spitz, die mit 44 Sekunden Vorsprung auf Lisi Osl (Aut) und 2:59 Minuten vor Annika Langvad (Den) gewann. „Ich bin froh, dass ich heute auch die zweite Runde schnell fahren konnte. Danach hatte ich Probleme, konnte am Schluss aber noch einmal aufdrehen“, erzählte Engen. Die Schwedin absolvierte die letzte Runde mit der viertbesten Zeit. In der U23-Wertung baute sie ihre Führung auf 60 Punkte vor Krasniak aus und benötigt für den Gesamtsieg vor dem letzten Rennen nur noch einen Punkt.
Hanna Klein liegt auf Rang fünf, in Führung ist nun Elisabeth Brandau (Schönaich).
Euteneuer nicht ganz frisch Felix Euteneuer verfehlte in Albstadt im U23-Rennen den erhofften Platz unter den besten fünf nur um eine Position. Er startete furios und kam an zweiter Stelle aus der ersten von sechs 5,1 Kilometer langen Runden. „Ich wollte offensiv angehen, aber dann habe ich gemerkt, dass es nicht so gut geht und musste raus nehmen. Ich habe mich nicht so frisch gefühlt, wie vergangenen Sonntag“, bekannte der Freiburger. Euteneuer fiel vorübergehend auf Platz zehn zurück, arbeitete sich dann aber wieder auf Rang acht nach vorne. Einen gute Runde vor Schluss profitierte er vom Pech zweier Konkurrenten vor ihm, die mit Defekt anhalten mussten. „Ich bin ganz zufrieden, ich habe aus schlechteren Beinen noch das Beste gemacht und habe hart gekämpft“, sagte Euteneuer, der als Sechster 4:50 Minuten Rückstand auf Tagessieger Marcel Fleschhut (Mosbach, 1:36:23 Stunden) hatte und damit viertbester Deutscher war.
Heiko Gutmann gelang es zum ersten Mal in dieser Saison im Elite-Rennen in die Bundesliga-Punkte zu fahren. Als 26. entging er auch der 80-Prozentregel und überquerte mit 16:32 Minuten Rückstand auf Sieger Moritz Milatz (Freiburg, 1:52:26 Stunden) die Ziellinie. Dem Münstertäler kamen eigentlich weder der Regen noch das steile Gelände in Albstadt-Tailfingen entgegen. „Ich bin ganz gut klar gekommen und hatte am Berg auch viel Druck auf dem Pedal“, meinte Gutmann, der sich von Rang 36 nach der ersten von sieben Runden langsam nach vorne arbeitete und dabei das lautstarke Albstädter Publikum genießen konnte, das trotz des Regens in großer Zahl an der Strecke stand und wieder einen Höllenlärm fabrizierte.