Ein halbes Rennen lang benötigte Kristine Norgaard, um richtig in Fahrt zu kommen. Das Damenfeld startete sehr langsam, doch die Dänin fühlte sich „sehr müde“ und hatte nach eigenem Bekunden Mühe das Hinterrad ihrer Schwester Anna-Sofie zu halten. Dabei war die doch nach Hochzeit und ein paar Flittertagen alles andere als optimal vorbereitet in die WM gegangen.
Dennoch lagen beide nach 76 Kilometer voll im Soll. Auf Rang 14 und 15 passierten sie die Zwischenzeitmessung. Ohne nachvollziehen zu können warum, wurde Kristine auf den letzten 30 Kilometern immer stärker.
Binnen zehn Kilometern verbesserte sich die 33-Jährige um sieben Positionen und brachte das Ergebnis ins Ziel. 8:58 Minuten Rückstand auf die neue Weltmeisterin Esther Süss (Schweiz, 4:33:46 Stunden) wurden notiert. Nur 46 Sekunden fehlten dabei auf Gunn-Rita Dahle (Norwegen), die Sechste wurde.„Mit dem Ergebnis bin ich super glücklich, auch wenn ich heute keinen optimalen Tag erwischt habe“, meinte Norgaard, die sich selbst vorher wohl kein solches Resultat zugetraut hätte.Anna-Sofie Ronde-Norgaard freute sich für ihre Schwester und war mit sich selbst auch im Reinen. Auf den letzten vier Kilometern verlor sie noch Luft aus dem Reifen, schaffte es aber noch bis ins Ziel und rettete Rang 13 (+13:57). „Kristine hat es heute verdient und ich bin nach den stressigen Wochen sehr zufrieden“, konstatierte die zwei Jahre jüngere.
Hinter Esther Süss kam Sabine Spitz nach einem Hinterrad-Defekt mit 1:56 Minuten Rückstand noch zur Silbermedaille und zeigte sich mit ihrem zehnten WM-Medaillengewinn in ihrer Karriere „sehr zufrieden“.
Dritte wurde die Dänin Annika Langvad (+2:53 Minuten).