Nach einem traumhaften Frühling mit nahezu perfekten Trainingsbedingungen hat Petrus zur Zeit nur wenig Mitleid mit den Biathleten. Aber von ein paar Wetterkapriolen lässt sich Kathrin das Sommertraining nicht vermiesen. Die Gosheimerin ist im Plan.
„Nachdem ich im vergangenen Jahr wahrscheinlich in der Vorbereitung etwas zu sehr auf`s Gas gedrückt hatte, versuche ich es heuer bewusst etwas ruhiger angehen zu lassen“, erklärt Kathrin. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Schwäbin nun auf die faule Haut legt. „Im Gegenteil. Ich versuche nur, alle Einheiten noch bewusster und konzentrierter zu absolvieren und noch mehr auf meinen Körper zu hören“.
Denn nachdem sich Kathrin im vergangenen Winter wieder zurückgekämpft hatte, soll es in der nächsten Saison nun wieder eine Stufe weiter nach oben gehen. „Die Weltmeisterschaften im eigenen Land sind logischerweise das ganz große Ziel“, sagt Kathrin. „Bis dahin will ich aber auch im Weltcup mit konstant guten Ergebnissen wieder in Richtung Top-10 der Gesamtwertung laufen.“
Für willkommene Abwechslung auf dem Trainingsplan sorgte ein gemeinsames Trainingslager mit Selina Gasparin. "Selina und ich verstehen uns richtig gut und so kam schon vor einigen Monaten die Idee auf, dass wir auch die eine oder andere Trainingswoche gemeinsam absolvieren", erzählt Kathrin.
Nach der obligatorischen Sommerleistungskontrolle im Juli fuhr die Schwäbin also ins Engadin, um gemeinsam mit der ihrer Schweizer Freundin Grundlagen zu trainieren. "Besonders schön, aber auch besonders anstrengend war unsere sechsstündige Mountainbike Tour von Pontresina über den Chaschauna-Pass nach Livigno, Lastretta und wieder zurück nach Pontresina."
Gleich am nächsten Tag ging es für die gemischte Trainingsgruppe, der sich noch einige andere eidgenössische Biathletinnen angeschlossen hatten, in die nächste lange Trainingseinheit: Beim Anstiegslauf mit Klassisch-Rollern, kämpfte sich Kathrin insgesamt drei Stunden lang 1.500 Höhenmeter bergauf.
"Nach der Woche, war ich erst einmal urlaubsreif", berichtet Kathrin. Aber bereits nach wenigen Tagen Ausspannen in Italien absolvierte die 24-jährige das nächste Trainingslager. Diesmal allerdings in Andermatt und mit deutlich höheren Intensitäten.
In den kommenden Wochen soll es dann so langsam richtig ans Eingemachte gehen: „Ich fühle mich gut. Meine Akkus sind noch immer voll. Die erste Basisarbeit ist gemacht. Und die Bedingungen sind inzwischen ja auch schon fast wieder winterlich. Es kann also langsam losgehen“.
Quelle: Deutscher Skiverband